Konzert Reviews








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Tokyo -Shinjuku Loft- Sa. 13.10.01

mit:

the legendary invisible men



SUPERSNAZZ



The Jet boys



The Neatbeats



Jackie & the cedrics








! Links zu BILDERN findet ihr im Text versteckt !







Ein Erfahrungsbericht eures Reisenden Reporters Stier-San:





Abschluß und Höhepunkt meiner 4 wöchigen Japanreise sollte am 13.10.01 ein Konzert mit Supersnazz, einer meinen absoluten Lieblingsbands sein. Aufgrund meiner bis dahin in diesem Land gemachten Erfahrungen galt es Vorbereitungen zu treffen. Ausgestattet mit viel Zeit begann ich damit mir im Virgin Megastore von einer netten Jungfrau-Verkäuferin den Weg auf dem Stadtplan einzeichnen zu lassen. Tatsächlich gelang es mir auch ziemlich direkt dorthin zu finden. Angekommen war jedoch ein Laden mit Namen Jam nicht zu finden. Die Kleine hatte mich nämlich zum Loft geschickt, nunja, was frag ich auch in nem Virgin Laden nach Punkrock... Mit Hilfe eines anderen freundlichen Japaners gelang es dann den wirklichen Ort ausfindig zu machen. Das der Typ, da er sich selbst wohl nicht sicher war, dabei eben mal für einige Minuten mit meiner Karte verschwand um einen anderen zu fragen ist typisch für die durchweg hilfsbereiten und ausergewöhnlich freundlichen Japaner die ich auf meiner Reise getroffen habe. OK, es gelang mir also das JAM ausfindig zu machen. Gegen 17:30 machte ich mich dann auf den Weg. Nicht das es weit gewesen wäre, mein Hotel war überraschenderweise fast genau um die Ecke, aber Konzerte in Japan beginnen früh. So standen auch schon einige Leute in einer gewohnt ordentlich Schlange vor dem Laden und warteten. Was ich dann auch tat. Nach ein paar Minuten kam ein Typ mit Kasse und hielt uns ne Ansprache worauf einige Leute zu ihm gingen und bezahlten. Nun gut, da denk ich mir doch versuch ich auch mal mein Glück. Dies stelle sich jedoch einmal mehr als rein theoretische Möglichkeit heraus, da es auch diesem jungen Mann "etwas" an englischen Sprachkentnissen mangelte. Ein Problem das mir auch in den Wochen zuvor schon mehr als häufig begnet war. Ich verstand auf jeden Fall nur Guestlist, und auf der stand ich mit Sicherheit nicht. (Leider war ich auch nicht geistesgegnwärtig genug mich als Noltilein auszugeben, ich vermute mal das der auch in Tokyo auf jeder Gästeliste zu finden gewesen wäre). Nun denn, nach weiteren wenigen Minuten ging die Tür auf und die Schlange kroch in Richtung Kellergewölbe. An der dortigen Kasse angekommen präsentierte ich stolz meine 3300 Yen (ca. 59,97DM, kein Witz, aber incl. einem Getränk. Zum Bierpreis später mehr), aber man wollte mich nicht reinlassen. Wie schon ein paar Leute vor mir ging es also wieder raus. Meine Versuche die anderen abgewiesenen auszufragen was hier läuft erwiesen sich als wiedereinmal völlig sinnlos. Nach ca. einer halben Stunde, inzwischen hatte ein weiterer freundlicher junger Mann ein erläuterndes Plakat angebracht -wie dumm für mich leider nur in Japanisch-, wurde die Reihe abgezählt, eine Ansprache gehalten und nach weiterem warten wurden wir dann doch noch eingelassen. Wie ich inzwischen herausbekommen habe werden auch die kleineren Konzerte wohl in der Regel über Vorverkauf und ähnliches abgewickelt, man muß also nur wissen wo.. Nun denn, ich war drin, und, nein Herr Becker, das ging nicht einfach. Das Jam jedoch ist ein sehr netter kleiner Laden in einem alten Keller. Von der Größe vielleicht vergleichbar mit dem Bühnenraum im Berliner WaH. Kurz nach der Ankunft ging es dann auch schon los. Die erste Band waren die Jet Boys. Obwohl mir die auf Platte immer gut gefielen, war der Auftritt für meine verweichlichten Ohren eindeutig zu hart. Die Show allerdings war posen vom feinsten. Incl. Striptease und auspeitschen der Gitarre. Da hies es natürlich hoffen das das in Japan bei allen Bands so üblich ist, denn Supersnazz sollten ja noch folgen...

Die Stimmung hielt sich bei diesem Auftritt noch in Grenzen und so war es nach ca. 30 Minuten vorbei. Außer den Mitgliedern der Headliner Band hatte ich bis dahin nur noch einen weiteren weißen Teufel gesichtet. Nen Typen mit DDR Fußballshirt (cool!) und langen blonden Dreadlocks. Eine in Japan fast perfekte Tarnung also. Wie sich inder ersten Pause zeigen sollte kam er auch aus Deutschland. (Hey Kai! -sorry Dirk-is aber auch verwirrend, ich hoffe das geplante Supersnazz Interview fürs Ox ist was geworden).

Als zweite Band des Abend kamen Supersnazz auf die Bühne. Zu meiner Überraschung war auch Kanako an der Gitarre nicht mehr dabei. Ihr Posten wurde allerdings überaus gekonnt vertreten. Die Songs die präsentiert wurden stammten zu einem großen Teil vom demnächst erscheinenden neuen Album. Frag mich bitte keiner welche Songs gespielt wurden, ich bin über 30 und das ganze ist jetzt schon fast ein Monat her. (Ich seh schon, was für ein sinnvoller Konzertbericht, aber wer das liest ist eh selbst schuld)

Nun denn, der Laden war inzwischen gut gefüllt und das Bier (10,-) war gut am verdunsten. Da ich mir jedoch nicht sicher war ob ich angesichts der Sprachprobleme wieder reinkommen würde verzichtete ich lieber darauf den Laden zum Luftschnappen kurz zu verlassen. Die Umbaupausen waren ohnehin immer recht kurz und so betraten als nächstes The Neatbeats die Bühne. Die in ordentliche Anzüge gewandeten Jungs waren die absoluten Helden des anwesenden Publikums. Es wurde sogar richtig gepogt, wenn auch auf eine angenehme und wenig agressive Weise. Die Neatbeats aus Osaka präsentierten 60s Beat der gut gefallen konnte. Die Band scheint in japan sehr groß zu sein, was ich auch später in den Plattenläden bestätigt finden konnte wo es einige 7" es (in der Regel in stilechtem Mono aufgenommen) zu kaufen gibt.

Nächster Höhepunkt waren dann Jackie and the Cedrics. Bekannt als Surf und Beatcombo boten sie eine außergewöhnlich guten und unterhaltsamen Auftritt, was nicht zuletzt natürlich wieder einmal dem unvergleichlichen Rockin`Enocky zu verdanken war. Einfach Klasse! Stimmung und Luftemperatur waren nun am Siedepunkt angekommen.

Den Abschluß des Abends bildeten dann die amerikanischen Legendary Invisible Men. Lustigerweise hatten inzwischen schon etliche Besucher den Laden verlassen und es wurde plötzlich Platz vor der Bühne. (Vielleicht war es um kurz vor Zehn für viele auch einfach schon zu spät.) Wenn mir auch der schwere Cosmic Psychos Rock der vier Hippie Herren persönlich nicht so gut gefallen konnte muß man schon anerkennen das sie sich ordentlich Mühe gaben. Für ne LiveShow war das durchaus gut, auch wenn ich mir das auf Konserve wohl eher nicht zulegen würde.

Incl. zweier Zugaben der Invisible Men war das ganze dann um kurz nach 22:00 auch schon vorbei.

Fazit: Ein zwar (wenn auch für japanische Verhältnisse nicht ungewöhnlich) teures, aber großartiges Vergnügen.